Wenn es um die Einführung neuer Technik in die verschiedensten Produktionsprozesse geht, dann kommt der Dosiertechnik zweifelsohne ein sehr bedeutender Stellenwert zu. Durch sie kann nicht nur zeitaufwändige und mühselige Handarbeit eingespart werden, sondern auch beim Materialeinsatz kann man noch die letzten Reserven heraus holen. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten einer permanent stimmigen Dosierung ein wichtiges Merkmal der Qualitätssicherung, wie sie zum Beispiel in der Pharmaindustrie, in der Herstellung von Kosmetikprodukten sowie in der Lebensmittelherstellung gefordert wird, wo die Produkte eine gleichmäßige garantierte Zusammensetzung aufweisen müssen, um nicht gegen verschiedene gesetzliche Auflagen zu verstoßen.
Deshalb muss auch die in diesen Branchen eingesetzte Dosiertechnik bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Dosierpumpen müssen aus einem leicht zu reinigenden Material bestehen, so dass man hier kaum Klauenpumpen aus Gusseisen oder stählerne Schraubenpumpen finden wird. Bei diesen Möglichkeiten der Abmessung der Zutaten durch Pumpen ist die Gefahr von Verunreinigungen, aus denen sich gesundheitliche Risiken für die Verbraucher ergeben könnten, viel zu hoch. Deshalb greift man hier in der Regel zu Pumpen, deren Inneres komplett aus Edelstahl besteht. Das ist robust und lässt sich auch ohne großen Aufwand rückstandsfrei reinigen. Auch Glaskolbenpumpen oder Dosiersysteme aus modernen Kunststoffen werden hier gern verwendet.
An diesen Darstellungen sieht man schon, dass in der Dosiertechnik unterschiedliche Arten von Pumpen zum Einsatz kommen. Bei der Auswahl kommt es nicht nur hinsichtlich des einzusetzenden Materials auf die Erfordernisse des Produktionsprozesses an. Bei der Auswahl der Pumpenart spielt auch die Größe der abzumessenden Menge eine Rolle. Ein weiteres Auswahlkriterium besteht in der Frage, ob einem Mischprozess eine bestimmte Zutat kontinuierlich in gleichbleibender Menge oder eine exakte Portion in festgelegten Abständen zur Verfügung gestellt werden muss. Wenn die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Zufuhr gegeben ist, werden Schraubenpumpen oder Drehkolbenpumpen verwendet. Alle anderen Arten eignen sich für die wiederholte Portionierung.
Für die Auswahl der geeigneten Pumpen für die Dosiertechnik, solche finden Sie auch hier, greift man bei kleinen Portionen zu Kolbenhubpumpen und Membranpumpen. Damit kann die höchste Messgenauigkeit bei der Portionierung im minimalen Bereich erzielt werden. Für grobkörniges Material wie zum Beispiel in der Bauwirtschaft werden in der Regel ausschließlich große Drehkolbenpumpen und Klauenpumpen aus robustem Edelstahl oder Gusseisen eingesetzt, denen auch kleinere Steine im zu verarbeitenden Granulat nichts anhaben können. In der Bauwirtschaft kommen allerdings auch noch andere Dosiersysteme zum Einsatz. Das können Schüttbehälter sein, bei denen man entweder über ein manuelles Ablesen des Füllstandes oder über ein Auswiegen die gewünschte Menge portionieren kann. Sie finden vor allem auf kleineren Baustellen Anwendung, wo sich das Heranschaffen einer automatisiert mischenden Putzmaschine nicht lohnt.
Ein weiteres Anwendungsgebiet der Dosiertechnik ist die Abwasserbehandlung. Durch die Injektion von verschiedenen biologischen und chemischen Zusätzen kann man einerseits den Zerfallsprozess von Verunreinigungen beschleunigen und andererseits durch das gezielte Erzeugen biologischer und chemischer Reaktionen in einem Statikmischer dafür sorgen, dass eine Ausflockung bestimmter Stoffe stattfindet. Überhaupt ist die Kombination von Dosiersystemen und Statikmischern in der industriellen Produktion sehr weit verbreitet. Dafür sorgt eine Besonderheit, die man an den Statikmischern einbauen kann. Sie heißt im Fachjargon Injektionsstelle und bietet die Möglichkeit, schnell und präzise einem Mischprozess zusätzliche Stoffe zuführen zu können. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Statikmischer, die einst für die Zufuhr und die Ableitung von Wärmeenergien eines Mischprozesses entwickelt worden sind.
Die größten Einsparungen bringt die Dosiertechnik allerdings bei den Abfüllsystemen aller Art, denn damit können sowohl flüssige als auch zäh fließende Mischungen genau bemessen werden, wobei es auch Dosieranlagen gibt, die mit einem mechanischen Zählwerk oder Vorrichtungen arbeiten, bei denen immer nur Einzelstücke hindurch gelassen werden, wie das zum Beispiel bei der automatisierten Verpackung von Schokolade, kleineren Konsumgütern oder verschiedenen Verbrauchsmaterialien der Fall ist. Durch die automatische Befüllung und Verpackung kann nicht nur wertvolle Arbeitszeit eingespart, sondern es können auch die Herstellungskosten reduziert werden, was sich wiederum positiv auf den Verkaufspreis auswirkt.
