So mancher Anwalt und Testamentsvollstrecker setzt heute auf der Suche nach verschollenen Erben auf die Hilfe durch einen Privatdetektiv. Was oftmals schon fast wie eine Geschichte aus einer billigen Seifenoper oder einem Liebesfilm klingt, kommt aber tatsächlich immer wieder in der Realität vor. Da stirbt ein alter einsamer Mann, um den sich jahrelang niemand gekümmert hat, und es stellt sich heraus, dass ein großes Vermögen vorhanden ist. Häufig ist es so, dass zu Lebzeiten ein Rechtsanwalt damit beauftragt wird, die geschäftlichen und finanziellen Angelegenheiten zu regeln und diesem fällt dann auch die Aufgabe zu, nach gesetzlichen Erben zu suchen.
In den meisten Fällen wird der Anwalt hier auf die Hilfe durch einen Privatdetektiv zurückgreifen. Erfahrenen Ermittlern genügt manchmal ein winziger, völlig unscheinbar erscheinender Hinweis auf eine Jugendliebe, eine Großtante oder den Großvater, um eine Spur aufzunehmen. Da werden frühere Wohnorte aufgesucht, ehemalige Freunde und Bekannte entdeckt sowie ehemalige Arbeitskollegen befragt. Ist aus einer Liebschaft möglicherweise sogar ein uneheliches Kind hervorgegangen, wird der Auftrag für den Privatdetektiv gar zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Bei weiblichen Nachkommen gestaltet sich die Suche zusätzlich erschwert, da es durch Heirat ja zur Namensänderung kommt. Durch die Auswanderungswelle in den Nachkriegsjahren wird jede Nachforschung zur akribischen Kleinarbeit, um verwandtschaftliche Bande über mehrere Generationen und verschiedene Kontinente hinweg aufzuspüren.
Hat der Privatdetektiv dann erst einmal einen Namen herausgefunden, bringt ihn das einen großen Schritt vorwärts. Hat er letztendlich einen leiblichen Nachkommen ausfindig gemacht, wird er seine Ergebnisse dem Rechtsanwalt übermitteln, der dann Kontakt mit dem ahnungslosen Erben aufnimmt. So manch ungeklärte Erbschaftsangelegenheit konnte durch einen Privatdetektiv und seine Ermittlungen abgeschlossen werden.
